Nicht ſo Frau von Clermont. Ihr Gatte ſtieg ſchnell auf der Bahn der Ehre aufwärts. Im ſteten Kriegsge⸗ tümmel, bald in Italien, bald in Deutſchland, dann in Spanien, in Rußland ernſt beſchäftigt, war ſein häuslicher Herd nur eine ſeltene Nuheſtätte für ihn. Er beſuchte ihn um ſo lieber, drückte die Kinder um ſo herzlicher an ſeine Bruſt. Aber in ſolchem Wechſel der Geſchicke mußte die zarte Frau ſich mit dem Harniſch einer ſtarken Seele waff⸗ nen. Sie lernte begreifen, daß es größere Verhältniſſe gibt, als diejenigen, die in der Hand der Gattin, der Mutter ruhen. Sie lernte ſich im Ganzen groß fühlen und das einzelne Opfer, das einzelne Behagen geringer an⸗ ſchlagen. Und darum vermochte ſie noch jetzt erhebender ſich einer tiefen Erſchütterung und Trauer nicht zu er⸗ wehren, wenn ſie bedachte, wie viel Großes, das in Krie⸗ gen und Stürmen geboren und erprobt war, ſeine einzel⸗ nen kühnen Kräfte feſſeln, lähmen und brechen laſſen mußte, damit das Geſetz ruhig und frei über Alle walte; wie viel Helden in die Gruft ſanken, um mit ihrer Aſche Frankreichs Boden fruchtbar zu düngen, daß die ruhige Saat des Landmanns golden darauf prange und der Fleiß des Bürgers ſeine Früchte behaglich genieße! Zwar erhob ſich ihre Seele bei dem Gedanken, daß aus Nacht, Blut und ſtrahlendem Glanz ſich endlich ein klarer, milder Tag für das Vaterland hervorgerungen hatte, und dennoch— ihr Sinn war groß, darum bewegte ſie der Fall des Großen tief, wenn gleich es nur dem Rechten weichen mußte. Auch ſie hatte die letzten Opfer darbringen müſſen. Oberſt Clermont hatte ſeinen Feldherrn, ſeinen Kaiſer mit jenen blutigen kaum zu bekämpfenden Thränen, mit jenem bittern Schmerz, der jedes kühne Soldatenherz zerriß, zu
Fontainebleau von dem Heere ſcheiden ſehen, das er noch
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