Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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Mein Herr, raffte ich mich zuſammen,was würden Sie ſagen, wenn Sie Banquier wären,

Da wäre ich etwas Schlimmeres als ich bin, verſcste er;oder glauben Sie, ich ſollte égards für die beiden mörderiſchen Naſen haben? Setzen Sie Nr. 7.

Jetzt hatte der junge Menſch den Rath gehört; wie der Blitz fuhr er in die Taſche und ſetzte ein Goldſtück auf Nr. 7. Die Kugel rollte, ich zögerte, ſie fiel, Nr. 7 hatte gewonnen, der junge Menſch erhielt ſeine 35 Louisd'or aus⸗ gezahlt und ſein Geſicht ſtrahlte vor Freude.

Sie werden's bereuen! ſprach mein Bekannter kalt und nahm wieder eine Priſe;jetzt zum dritten und letzten Male, eine Zahl, die mir eigentlich fatal iſt, Nr. 3.

Nehmen Sie zehn Friedrichsd'or auf die einzelne Num⸗ mer an? rief der junge Menſch, welchem die Wangen glühten und alle Pulſe fiberten, dem Banquier zu. 1

O ja, warum nicht? ſprach dieſer hohnlächelnd, in der Sicherheit, jetzt einen Theil ſeines Verluſtes von dem thörichten Spieler zurückzuerhalten.

Der verſteht's beſſer als Sie, raunte mir mein un⸗ heimlicher Bekannter zu.

Der junge Menſch ſetzte, die Kugel rollte, Alles blickte geſpannt auf die Scheibe:Trois, noir, impair, manque! ſchnarrte der Croupier, und der Banquier holte zitternd vor Wuth die Goldrollen aus ſeinem Käſtchen und zahlte drei⸗ hundert und funfzig Friedrichsd'or. Der junge Menſch zit⸗ terte an allen Gliedern, indem er ſie einſtrich. Ich bebte in ſeiner Seele, weil ich wußte, wie er gewann; es drängte mich, ihm zu ſagen:Verlaſſen Sie den Saal, mein Herr! Sie wiſſen nicht, an welchen Fäden man Sie hier hält! Doch mein Bekannter hielt mich zurück und ſprach lächelnd: Das iſt wider die Abrede; überdies, das Söhnchen von