Teil eines Werkes 
5. Band (1843) Sagen und romantische Erzählungen / von Ludwig Rellstab
Entstehung
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hauſen u. ſ. w. übernachten und manche Mußeſtunden ha⸗ ben und nicht lieber auf den ſchönſten Punkten, wie die Victors⸗ und Joſephshöhe, die Roßtrappe u. ſ. w.? Säße man denn nicht lieber Abends vor der Thür, oder auf den Belvederes und blickte umher, als in den ſchlechten Stuben der Städte drunten? Durch dieſe fliege man inmitten des Tages und werfe einen Blick auf ſie, falls es der Mühe werth iſt; da aber, wo die freie Natur uns ihre ſchönſten Gaben bietet, da weile man und huſche nicht nach halb⸗ ſtündigem Beſuche weiter, oder zurück, wie ich von der Jo⸗ ſephshöhe. Der empfindſame Reiſende hofft ſich hier als einen praktiſchen gezeigt zu haben und darf erwarten, daß bald nach dem Erſcheinen ſeines Buches Zimmerleute und Maurer zu Hunderten auf die höchſten Harzberge verlangt werden, um Gaſthäuſer im Stil des Schwans zu Frank⸗ furt oder der Quatre saisons zu Wiesbaden einzurichten.

Inzwiſchen laſſen wir uns das in Alexisbad gefallen, wohin wir mit einem raſchen Sprunge thalabwärts zurück⸗ gekehrt ſind, um den Abhub einer großen Mittagstafel zu verzehren, die zum Beſchluſſe der Sommerfreuden und Abzug des Badewirths ſtatt gehabt hatte. Gegen funfzig Perſonen hatten getafelt, dennoch war das Bad leer.Wie geht das zu? fragte ich den Kellner.Alles Gäſte aus der Umgegend!Aber ich ſehe Niemand im Haus, noch auf der Promenade?O, die Herrſchaften ſind alle im Roulettezimmer!

Von jeher habe ich einen Ingrimm gegen die Spielhäu⸗ ſer gehabt und begreife die ſittliche Schlaffheit, mit der dieſe Inſtitute der verderblichſten Verführung geduldet werden, nicht. Einen Spieler von Gewerbe könnte ich kaltblütig aufhängen laſſen, denn wenn er gewinnt, iſt er ein Vam⸗ pyr der Menſchheit, und verliert er, ſo bleibt er doch ein