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ſtenthums zu wallfahrten. O Freunde! Was iſt ein heiterer Herbſtmorgen werth! Der Himmel iſt blau, die Sonne klar, das Thal und der Bach dampfen, leichte, weiße Ne⸗
belſtreifen lagern auf der Wieſe, ziehen am Walde hin!
Sie flattern verduftend auf vor dem Sonnenſtrahl. Das Laub färbt ſich bunt; nur die Tanne bleibt ſchwarzgrün, ernſt, unter dem falben, röthlichen Gebüſch der Birken und jungen Buchen ſtehen. Der Rauch ſteigt gerade auf; die Sonnenſtrahlen, die uns treffen, grüßen uns ſo mild, ſo behaglich! Kein Glühen, kein Brennen und Verſengen mehr, kein erſtickender Staub, kein verſchmachtendes Verſiegen der Gewäſſer. Alles kräftig und doch ſo milde; das Herz wächſt muthig, die Bruſt wird voll und groß!
Es wäre gar hübſch, wenn Nanny neben mir hüpfte; doch Märchen dürfte ſie mir jetzt nicht erzählen, wo rings umher Alles ſo deutlich im Sonnenlicht daſteht, Alles ſo reizend von blau durchſichtigem Ather begrenzt iſt. Was ſollten die Geiſtererſcheinungen am hellen Tage? Nein, Körper fühle ich mich jetzt und will es ſein.
Die anmuthigen Bilder des Selkethals ziehen an mir vorüber, während mein Führer(der alte Kriegsheld aus der erſten Erzſtufe) mir ſeine Abenteuer erzählt. Hier klappert und brauſt die Mühle,— dort hämmert das Pochwerk— hinter jenem buntbebuſchten Hügel liegt die Silberhütte, de⸗ ren Nauch wir ſchon über den Wald jenſeit ziehen ſahen, wo der Gifthauch des Arſeniks alle Blätter und Blüthen getödtet hat, daß die Stämme als nackte Gerippe daſtehen — jetzt ſchlägt ſich ein Steg über die brauſende Selke,— da kommt der Kirchthurm von Straßberg hervor, der etwas kleiner iſt als der Münſter vou Straßburg, weil Straß⸗ berg ja nur ein Harzdorf iſt, keine Rheinſtadt— nun leitet uns der Pfad auf die Höhe, dann durch den Wald,


