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am beſten hier auf dem Schloß, den Grafen nehmt in Eure Mitte als Geiſel mit, wenn Euch ja unterweges ein Trupp Nuſſen begegnen ſollte. Ich ſtehe Euch dafür, ſie krümmen Euch kein Haar, wenn ſein Leben daran hängt. Und folgt Ihr meinem Nath, ſo laßt ihn am Thor der Feſtung frei, denn es iſt nicht gut, die Rache ſeiner Feinde zu arg zu reizen, und laßt Ihr ihn mit guter Art zurückkehren, ſo kann’s Euch noch einmal zu ſtatten kommen. Auf jeden Fall aber beeilt Euch, das Schloß zu verlaſſen, denn hier ſeid Ihr keine Stunde ſicher vor ungebetenen Gäſten. Wollt Ihr aber reiten, ſo ſtehen im Stall noch etliche Pferde, aber das Zaumzeug liegt im Schnee des Schloßgrabens hinter Der al⸗ ten Mauer. Nun gehabt Euch wohl!“
Jetzt ſchwang ſich der Alte zu Pferde und ſprengte zum Schloßthor hinaus. Die beiden Schlitten folgten ihm in voller Eile. Bald nach ihnen verließen auch die befreiten Gefangenen, ihre Geiſel, Dolgorow, in die Mitte nehmend, im kleinen geordneten Trupp, das Schloß.
Roch einmal wandte Bianca das Haupt zurück. Wie die Thürme des Schloſſes hinter ihr ſchwanden, athmete ſie freier und freier auf. Jetzt, da der düſtere Wald ſie in ſein ſauerliches Dunkel hüllte, lehnte ſie das Haupt ſanft ge⸗
die Bruſt des Bruders und vergoß wehmüthig ſüße Thrä⸗ nen unausſprechlicher Rührung. 8


