Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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Du haſt Recht, Schweſter, antwortete er,Recht mit Deinem weiblichen, duldenden, Alles vergebenden Her⸗ zen; ich, mit meiner trotzigen Männerbruſt, denke anders und habe auch Recht.Wir müſſen fort, ſprach er hef⸗ tiger,ich zwinge Dich dazu und nehme die innere Schuld ganz auf mich. Du mußt mir folgen, Schweſter, und ſo⸗ gleich; bei Gott, Du mußt!

Ja, ich glaube, er hat Recht, ſprach Ludwig ſanft aber dringend, und trat der Geliebten näher.Die Rechte des Bruders ſind die heiligeren.

Und die Deinen ſeit geſtern die heiligſten! rief Bern⸗ hard unterbrechend.Erröthe nicht, Schweſter, und miß⸗ traue dieſer Wahrheit nicht deshalb, weil ſie zugleich das höchſte Glück Deiner Bruſt bildet. Ich weiß es wohl, edle Weſen zagen ſelbſt, das Rechte zu thun, wenn es Eins mit ihren Wünſchen wird; aber nicht immer iſt nur das opfernde Herz das tugendhafte. Vertraue mir; ich entſcheide, aber ohne Leidenſchaft. Brich die Feſſel, die, halb von der Liebe,

. halb von der Gewalt geſchmiedet, die freie Entſcheidung Deines Willens hemmt.

Nun, ſo ſei es denn, ſprach ſie mach einigen Augen⸗ blicken des innern, ſtummen Kampfes;ich 1 Dir, mein Bruder.

Und ſogleich, fiel Bernhard ein,denn jede Minute des Verzugs bringt Gefahr.

Und wohin willſt Du flüchten? fragte Bianca.

Nach Smolensk.

Wie, rief ſie erſchreckt,und ſchwebt dort nicht das Schwert des Todes über Eurem Haupte?

Seit unſere erbitterten Ankläger durch ihr furchtbar waltendes Schickſal gerichtet ſind, antwortete Ludwig, fürchte ich von dieſer Seite her nichts mehr für uns. Nicht