Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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ſiegbare Scheu zurückgehalten. Auch ſah ich den Grafen nur einmal auf ſeinem prächtigen Schimmel ſtolz und ernſt vor⸗ überreiten; ich ſtand am Fenſter, doch er bemerkte mich nicht.“

„Die Unmöglichkeit der Rückkehr,“ fuhr Aliſette nach ei⸗ ner Pauſe fort,„trieb mich immer weiter in den fortwirbeln⸗ den Strom hinein. Nur für die nächſten dringendſten Be⸗ dürfniſſe ſorgte der Unternehmer; in allem übrigen vertröſtete er uns auf Moskau, vielleicht nur, um uns jeden andern Ausweg zu verſperren. Die Nähe der Armee, die oft ſelt⸗ ſamſten Nachtlager, die Nothwendigkeit, ſtets mitten unter Männern zu verkehren, beſtimmten mich, männliche Tracht an⸗ zulegen. Als ein großes Glück darf ich es betrachten, daß es mir gelang, einen Platz auf dem Bagagewagen eines Gene⸗ rals zu erlangen, denn ich galt nun für einen ſeiner Dienſt⸗ leute, und die Reiſe wurde mir ungleich weniger beſchwerlich. Wir kamen wenige Tage nach der Schlacht durch das noch rauchende Smolensk. Hier hatte ich den erſten Anblick aller Schauder des Krieges. Vor Grauſen faſt erſtarrt, fuhr ich bebend auf der entſetzlichen Straße hin, die man mühſam durch Schutt und Trümmer gebahnt hatte, der zur Seite halb verbrannte Leichname und menſchliche Gebeine aufgehäuft lagen. Ich mußte endlich das Auge ſchließen vor dieſen gräß⸗ lichen Bildern. Aber von nun an erneuerten ſie ſich täglich. Vielleicht ſah ich Schrecklicheres als Sie ſelbſt, denn Sie eilen auf der Bahn des Sieges vorwärts und wenden das Auge nicht zurück auf die entſetzlichen, blutigen Spuren, die das langſam weichende Ungeheuer des Kriegs zurückläßt. Ich aber habe ſie geſehen, dieſe Jammergeſtalten am Wege, dieſe hohläugigen, bleichen Geſpenſter, die uns ihre dumpfen Kla⸗ gen entgegenwimmerten! Ich habe ſie geſehen, und mußte vorüber, ohne ihnen helfen zu können. Und in dieſe Wüſte⸗ neien voller Elend und Entſetzen trieb mich mein Schickſal