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ein heiteres Angeſicht zeigen mußte! Doch, wollen Sie mich anhören? Wird meine Erzählung Sie nicht ermüden? Werden Sie mir Nath und Beiſtand nicht verſagen?“
„Ein Elender wäre ich, wenn ich nicht Alles für Sie zu thun bereit wäre!“ rief Jaromir und drückte ihre zarte Hand, die noch immer in der ſeinigen ruhte, an die Lippen und bedeckte ſie mit feurigen Küſſen. Aliſette ließ ſie ihm und hielt ſich mit der andern ihr Tuch vor die weinenden, ſchönen Augen.
„Nun erzählen Sie, erzählen Sie mir Alles,“ bat Ja⸗ romir; trocknen Sie dieſe bittern Thränen, denn Sie haben einen Freund, einen Bruder gefunden.“
„Und ich will ihm vertrauen, wie einem Bruder,“ ent⸗ gegnete das ſchöne Mädchen und druckte leiſe ſeine Hand.
„Sie wiſſen vielleicht nicht,“ begann ſie,„daß mein Stand mir verhaßt iſt. Warum— darf eine Frau, ein Mädchen Ihnen das erſt erklären? Aber die dringendſte Noth, die Sorge für das einzige, zurückgebliebene Kind einer theuren Schweſter, die ich in England verlor, zwang mich in dieſes unſelige Verhältniß hinein. Mein Talent, was ich nur zur freien Verſchönerung des Lebens für mich und Andere beſtimmt glaubte, mußte ſich unter die drückende ſklaviſche Pflicht der Erhaltung des äußerlichen Daſeins beugen. Die traurigen Schickſale, welche mich zuerſt auf dieſe rauhe Bahn führten, laſſen Sie mich verſchweigen. In Warſchau fanden Sie mich auf derſelben; die Stunden im Hauſe der Gräfin, die flüchtigen Tage, wo ich Sie dort ſah, waren die ſchön⸗ ſten meines Lebens. Gern wäre ich dort geblieben, allein der empörende Antrag eines Mannes, in deſſen Händen dort alle meine Verhältniſſe ſtanden, zwang mich, bald nach Ihnen, wenige Tage nachdem die Gräfin abgereiſt war, die Stadt zu verlaſſen, wo es mir ſo wohl ergangen war, wo


