Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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des Stromes hinunterzutreiben. Es erhoben ſich daher meh⸗ rere Stimmen gegen die beſchleunigte Abfahrt, und endlich kam man dahin überein, daß man ſich theilen wolle. Wer die Abendkühle fürchtete, ſollte auf der erſten Gondel ſogleich zurückfahren, die übrigen wollten eine Stunde ſpäter folgen; Alle jedoch waren der Meinung, daß man zuſammen das Abendeſſen einnehmen müſſe. Nach dieſer gütlichen Aus⸗ gleichung der verſchiedenen Anſichten, wanderte die größere Hälfte der Geſellſchaft den Berg hinunter; die andere, zu welcher das Königspaar, Marie, Lodoiska, der Rittmeiſter, Benno und einige Andere gehörten, entſchloſſen ſich auf des Letztern Vorſchlag, einen Spaziergang höher an die Berge hinauf zu machen, von dem man ſich noch manchen über⸗ raſchenden Blick in das Thal verſprach. Ein Fußpfad, wel⸗ cher kaum für Zwei Raum hatte, führte in ſchlängelnden Windungen berganſteigend durch die Waldung.

Der Weg hatte etwas ungemein Neizendes; verſteckt, ſich gleichſam heimlich durch den Wald ſchleichend, zog er ſich unvermerkt höher und höher gegen den Gipfel hinan. Zwi⸗ ſchen dem Gitter des bewegten Laubes hindurch ſah man nach oben den Himmel ſchimmern, unten den blinkenden Strom glänzen. Weitere Offnungen des Gebüſches über⸗ raſchten durch ſchöne Blicke in das Thal, die mit jeder Wendung des Pfades wechſelten. Allmälig wurde es immer einſamer und ſtiller, der Pfad verſchwand faſt in dem hoch emporſchießenden Graſe, die Laubwaldung hörte auf, und die tiefern Schatten eines dunkeln Tannenwaldes nahmen die Wanderer auf. Jetzt hatte man in der That die Wild⸗ niß des Gebirgs erreicht. Einen Pfad gab es nicht mehr, aber man ging weich auf der Moosdecke, welche den Boden überſpann, dahin, und die Luft war erfüllt mit dem balſami⸗ ſchen Geruch kräftiger Kräuter. Die volle Gebirgserdbeere wuchs