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lichen in ihrer Wahrheit gedeutet? Wird nicht gefrevelt im Verkennen heiligſter Winke? Schließen ſich nicht die Augen mit Gewalt vor Dem, was erfuͤllt werden muß, dem nun und nimmer entrathen werden kann?— Das ſind die gewichtig tiefen Fragen, die Fuͤrſten und Voͤl⸗ ker ſich ernſt zu thun haben! Und darum wagt es der Dichter, ſein Werk an Fe zu richten, zumal aber aitt
die Fuͤrſten. Denn ſie dd die Vertreter, die Gipfel 4
der Geſchichte, die am weiteſten leuchten und ragen, aber auch am tiefſten ſtuͤrzen, wenn die Fluth der Väölker, welche naͤhrend ihren Fuß umwallt, unnatuͤrlich zurück⸗ gedaͤmmt, anſchwillt, uͤberbrauſt, den Boden unterhoͤhlt daß Alles krachend einbricht, was auf granitnen Veſten zu ruhen ſchien.
Erinnert Euch an die verheißende Morgenroͤthe des Jahres achtzehnhundertundzwoͤlf! Gedenkt daran, welche Hoffnungen den beiden naͤchſten Jahren des heiligen Kampfes leuchteten! Erwaͤgt, wie treu, aber auch wie gewaltig damals die Voͤlkerwoge emporbrauſte, durch alle Daͤmme brach und die daͤmoniſche Gewalt fremder Ty⸗ rannei zu Boden ſchlug!
Ihr habt erfahren, was ein Volk iſt! Vergeßt es nicht! Mahnend und warnend redet die Zeit, welche der Dichter in wechſelnden Bildern lebendiger wieder vor Eure Seele zu fuͤhren trachtet!— Das Eine darf er von ſich ſagen: von Ehrfurcht und Begeiſterung war er gleich durchſchauert, wenn der maͤchtige Geiſt naͤher und naͤher zu ihm trat und ſich in tauſend Wunderge⸗ ſchichten verkuͤndete. Ob er ihn begriffen, ſeine tiefſten Geheimniſſe erlauſcht?— ob er mit ungeweihter Seele frevelnd nahe zu treten gewagt und nur Mißbildungen der Verzerrung im unlautern Spiegel der Bruſt empfing?


