Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Sie zeigte ſich der Welt nur in ruhiger, von dem Eifer, womit ſie früher ſich der Intrigue und Vergnügungsluſt er⸗ geben hatte, weit entfernter Haltung. Die ſchlaue Gräfin wußte ein Benehmen zu beobachten, welches von beiden Ex⸗ tremen gleich fern warz vorzüglich ſtrebte ſie, ſich eine ruhige, ſinnende Würde zu geben, welche einen gewiſſen Hang zu Myſticismus und Schwärmerei, jenem bizarren Gemiſch von falſcher Frömmigkeit und Philoſophiſterei, das weit eher den Sinnen, als dem Geiſte zugeſchrieben werden muß, und deſſen Apoſtel der Jeſuit Molina war, vermuthen ließ.

Mit dieſem, dem funfzehnten Jahrhunderten entlehnten Grundſatze hatte ſie jüngere germaniſche Ideen verbunden. Die Zeit, welche ſie außerhalb Rom verbracht, hatte ſie zur

Vorbereitung dieſer Komödie angewendet. Sie hatte die ge⸗

heimnißvollen Lehren eines Sigier, Böhm, Wier, Cardano, Swedenburg und anderer„Erleuchteten“ geleſen.

Auf den erſten Anblick ſcheint dieſer Plan übermäßig einfältig; nichts deſto weniger war er mit tiefer Kenntniß des Charakters derjenigen abgefaßt, auf welche die Berech—

nungen der Donna Olimpia ſich erſtreckten. Zu dem Ziele,

das ſie ſich geſteckt, ſchritt ſie auf unbekanntem, verborgenem Pfade, wo nirgends ihrem Schritte ein Hinderniß begegnete. Was Olimpia zu dieſem Vorſatze beſtimmte, war wohl der große Erfolg mehrerer Frauen, die auf ſolche Weiſe eine faſt königliche Gunſt erlangt hatten. War es nicht im letzten Jahrhunderte der Prinzeſſin Guemene gelungen, den franzöſiſchen Hof, damals den . 3*