Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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teten. Er war gewöhnlicher Tiſchgaſt bei dem Geſandten von Frankreich, und der Gebrauch, an der Kirche St. Ludovico nur franzöſiſche Geiſtliche anzuſtellen, hatte nicht gehindert, daß er unter die Zahl der Prieſter dieſer Kirche aufgenommen wurde. Freilich verrichtete er ſeine Dienſte unentgeldlich, denn er verlangte von ſeiner Stellung nichts, als neue Gelegenheit zum Wohlthun und zu Werken der Liebe.

Donna Olimpia, welche wir durch die Treuloſigkeit ihres Glücks ſo gedemüthigt ſahen, hatte durch geſchickte Ma⸗ növer das Gebäude ihres geſunkenen Einfluſſes faſt gänzlich wiederhergeſtellt: ſich von Rom entfernend, hatte ſie ſchlau das Gerücht ausgeſprengt, ſie begebe ſich zur Erhebung einer bedeutenden Erbſchaft in das venetianiſche Königreich. Die⸗ ſer vorgebliche Zuwachs an Reichthum ſetzte ſie zugleich in Stand, einen geheimnißvoll erworbenen Reichthum, welchen ihre Klugheit zu verbergen gewußt hatte, auf einmal an den

Tag zu legen. Sie kannte die Welt und vorzüglich die rb

miſche Geſellſchaft, wo ſie ſo lange das Zepter geführt hatte, zu gut, um nicht gewiß zu ſein, daß der Glanz ihres neuen Auftretens das Aergerniß früherer Zeiten mit Vergeſſenheit bedecken werde.

Nach einer Abweſenheit von einem Jahre war Donna Olimpia nach Rom zurückgekehrt. Aber von der erſten Stunde ihres neuen Auftretens an zeigte ſie ſich ganz anders, als ſie vor ihrer Abreiſe geweſen war. Sie hütete ſich wohl, aber⸗ mals die erkünſtelte Frömmigkeit und religiöſe Heuchelei zur Schau zu tragen, womit ſie zuerſt ihre Laufbahn begonnen.