Gottesdienſt einen geziemenden Anſtrich gab, der denſelben mit der Würde wieder umkleidete, welche ihm gebührt, ſo nahm er ſich auch der Bewohner des Dorfs in ihren Hütten an. Bei dem nächſten Feſte berief er alle Einwohner zum Gottesdienſte, und als ſie verſammelt waren, ergriff er das Wort. 3
Seine Rede hatte eine ergreifende Salbung; er tröſtete die Unglücklichen, ſtellte ſich als das Werkzeug einer gött⸗ lichen Vorſicht dar und zeigte ihnen, daß Gott ſie nicht ver⸗ laſſen habe. Er verſprach ihnen, ſeine Kraft und ſein Gut zur Abwendung der Uebel, welche auf ihnen lägen, anzu⸗ wenden un verlangte dafür als einzigen Dank, daß ſie Gott liebten und ſich unter einander. ſolche Anrede, die ohne Prunk, aber mit ergreifen⸗ t geſprochen wurde, bewegte und erſchütterte die bisher trotzigen, widerſpennſtigen Gemüther; die ganze Verſammlung antwortete mit Schluchzen auf Dom Salvis Worte und das Feſt wurde mit der größten Andacht gefeiert, die fortan ſtets die Dorfkirche belebte.
Dom Salvi erblickte in der Umwandlung dieſer ſtür⸗ miſchen Gemüther und dem Vertrauen, welches ſie zu ihm hegten, eine göttliche Fügung und fühlte ſi ſich zum größten Eifer angeſpornnt, für die Verbeſſerung der Lage und Zu⸗ ſtände des Dorfes zu ſorgen.
Er befaßte ſich mit dem Unterrichte der Kinder, weckte und nährte das religiöſe Gefühl der Eltern und förderte die Zucht und gute Sitte, indem er zugleich denen, welche von


