Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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was Rom an Macht und Schande enthält, iſt der Polizei verbündet. Gllücklicherweiſe geht es hier wie bei allen An⸗ gelegenheiten dieſes Landes, die Trägheit bildet einen Ge⸗ genhebel.

In dem Augenblicke, wo die Ereigniſſe ſpielen, von denen wir berichten, war die ganze Polizei der päpſtlichen Staaten, nicht blos in Rom, ſondern in den geſammten Ländern des heiligen Stuhls in Bewegung. In den Le⸗ gationen gährte es und die Mißvergnügten hielten überall Verſammlungen und heimliche Zuſammenkünfte. Wir wollen gern eingeſtehen, daß die Inquiſition aus dem römiſchen Staate faſt verſchwunden iſt. Sie iſt heutzutage nur noch ein Schreckmittel gegen das Judenthum und die Philoſophie, welche ſich vor ihr nicht fürchten. Aber die Inquiſition hat vor ihrem Ende ihr Gift in den Adern der römiſchen Po⸗ lizei zurückgelaſſen. Wir ſind, das unterliegt keinem Zweifel, weit, ſehr weit von den blutigen Verfolgungen abgekommen, welche in verfloſſenen Zeiten ſo oft die Geſchichte des Papſt⸗ thums beſudelt haben; allein Rom hat mit dem Verluſte ſeiner Macht auch nicht den unerläßlichen Haß und die glühende Hinterliſt verloren. Unter ſeiner Schwäche und Ohnmacht knirſcht ſein Zorn, ſeine Drohungen. Seiner Hand iſt der erloſchene Bannſtrahl entfallen, aber ſein entwaffneter Arm droht noch immer der Welt.

In ſeiner Verfallenheit enteifert ſich der Zorn des römi⸗ ſchen Klerus gegen die jüdiſche Nation, welche ihre Schätze nicht hergeben will, um die feindſelige Geſinnung zu beſchwich⸗

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