78 jemand dahinter verſteckt ſei. Monſignor überzeugte ſich, daß niemand lauſche, dann fuhr er mit lauter Stimme fort:
— Die Urſachen davon kann ich Dir gegenwärtig nicht ſagen; aber benutze die Gelegenheit, Dein Vermögen zu mehren, Stephan! Allen Einduß, der mir ſelber nur zu Gebote ſteht und den ich von Andern Iu Deinem Gunſten erlangen kann... N»
Abermals eine Bewegung hinter hen Vorhängen; dies Mal ſprach Panfilio leiſer und faſt mit zagendem Tone:
— Eile, lieber Neffe! die Augenblicke ſind koſtbar; noch vermag ich viel für Dich zu thun und wenn mir der Himmel noch einige Jahre ſchenkt, wäre es mir leicht, Dich zu den erſten Würden der Kirche zu erheben...
— Geſtern, verſetzte Stephan ruhig, hätte ich dieſe Vorſchläge noch annehmen können; heute bin ich dazu nicht mehr fähig..
Jetzt bewegte ſich der Vorhang des Alkovens ſehr heftig.
— Armer Stephan! rief Monſignor, Du ſcheinſt när⸗ riſch zu werden. Was gibt es denn? etwa eine kleine Lieb⸗ ſchaft? Ha, ha! Wenn es weiter nichts iſt, dabei ſehen wir durch die Finger. Du ſollſt ja kein Kloſterleben führen, nur Auffallen mußt Du vermeiden. Nur der Schein, das 3 Gerede bringt in böſen Ruf; Skandal allein macht die Sünde, der im Verborgenen geſchehene Fehltritt hört auf,* Sünde zu ſein. Du ſollſt das Alles ſchon lernen. Unſere Meiſter in allen Stücken, die Jeſuiten, haben viel herrliche
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