24 lichkeit geübt haben. Der Einfluß von Geliebten und Lie⸗ besprieſterinnen iſt in dieſen katholiſchen Staaten bedeuten⸗ der als ſelbſt an den zügelloſeſten Höfen geweſen. In allen verſchiedenen Epochen ſieht man die Päpſte und Fürſten der Kirche von den Frauen beherrſcht, welche zu öfteren Malen die Ausſchweifung und den Mißbrauch ſolcher ſchmachvollen Gewalt ins Unbeſchränkte getrieben haben. In Rom richten ſich faſt alle Anſchläge der Frauen gegen Prieſter und ſie ſelber ſagen offen heraus, daß ſie lieber über eine Stadt voll Prieſter als über ein Königreich voll Kavaliere herrſchen wollen. 3
Donna Olimpia bildete ſich nicht wenig auf ihren Namen ein. Sie zitirte voll Stolz eine andere Donna Olimpia, welche unter dem Papſtthum Innocenz des Zehnten elf Jahre hindurch die Staaten des heiligen Stuhls regiert hatte. Die⸗
ſer Frau zu Ehren hatte man eine Medaille geprägt, welche
auf der Vorderſeite Donna Olimpia mit der Tiara(päpſt⸗
liche dreifache Krone) auf dem Haupte und in der Hand die Schlüſſel des heiligen Petrus zeigte, und auf der Rückſeite den Papſt, in weiblichem Kopfputze und in den Händen
Spindel und Kunkel, darſtellte. Eben dieſelbe Frau ſagte zu dem Papſte, der durch ihren Einfluß gewählt war: — Gebt mir Eure beiden Schlüſſel heraus. — Nein, nicht beide, ſondern nur einen Ich will ſie aber beide. Ihr wäret im Stande, mir den Schlüſſel zur Hölle zu geben und den zum Himmel zu behalten.


