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— Alſo in der Jeſuitenkirche.
— Ja, die Jeſuiten wenden einen Glanz an, der mich hinreißt; bei ihnen ſcheint mir die Religion weniger ſtreng und rauh. Statt mir Furcht einzuflößen, ziehen ſie mich an und entzücken mich. Ich gleiche darin der großen Maſſe, welche die Heiligen der Jeſuiten allen übrigen vorzieht. Ich glaube, wenn es überhaupt möglich wäre, ſo vermöchten die Jeſuiten allein mir zurückzugeben.
— Was Sie verloren haben, Ihre vormalige Unſchuld, wie Sie ſich auszudrücken pflegen! Sagen Sie, Gräfin, bedauern Sie ihren Verluſt wirklich aufrichtig?
— Vielleicht.
— War die Ennzione(Feier) glänzend?
— Bewundernswürdig! Ich habe noch nie eine ſolche Schönheit geſehen, wie der junge Prieſter iſt, welcher das Amt hielt. Alle Frauen waren von ihm entzückt.
Monſignor lächelte.
Es trat wiederum eine kurze Pauſe ein; dann nahm die Gräfin mit erkünſtelter Gleichgültigkeit das Wort:
— Im Quirinal alſo, ſagten Sie.
— Herrſcht große Unruhe. Seit den letzten Ereigniſſen mit Frankreich hatte die Geſundheit des Papſtes einen hef⸗ tigen Stoß erlitten, und während der letzten drei Monate hat das Uebel ſich ſichtbar verſchlimmert. Sie erinnern ſich vielleicht aller der Muthmaßungen, in welchen man ſich da⸗ mals erſchöpfte— ich habe die W Jahrheit von dem Kin⸗


