Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Zehntes Capitel.

Während in dem Familienleben des Oberamtmannes Schildt ſo mannichfacher Gefühlswechſel vorgekommen war, hatte ſich in Klaus von Angern ein ernſtes Nachdenken über die momentan getrübten Verhältniſſe zu dieſer Fami⸗ lie Bahn gebrochen. Die kleine und ſehr natürliche Em⸗ pfindlichkeit, von Roſalien's ungenirter Mittheilung ange⸗ regt, war nach und nach verſchwunden, und er würde längſt das Haus ſchon wieder aufgeſucht haben, wohin ihn eine brennende Sehnſucht zog, wenn er nicht eingeſehen hätte, daß es beſſer ſei, auf einen Zufall zu warten, der, ohne große Scenen, eine Annäherung wieder möglich machte.

Nachdem er zur Beſinnung gekommen war, fand er ſich ſelbſt in dem knabenhaften Verhältniß zu der genialen und koketten Stieftochter des Oberamtmannes wahrhaft lächerlich und er würde in ſeiner offenen und ehrlichen Weiſe nicht angeſtanden haben, dies dem Oberamtmann ſowohl, als Elfriden einzuräumen. Aber er hätte es thö⸗ richt gefunden, an ſolche ſpurlos vorübergeflogene Sinnen⸗ verirrung ſein ganzes Lebensglück ſcheitern zu laſſen.

Voller Hoffnung auf ein baldiges Glück durchmuſterte