Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Standesverhältniſſe, wie ich ſie im Sinne habe, reicht dies nicht aus. Ich hoffe Größeres zu bewerk⸗ ſtelligen!

Askan ſah ihn unſchlüſſig an, dann legte er ihm die Hand auf die Schulter und ſagte:Reinhold, höre auf meine Warnung, baue das Glück Deines Herzens nicht mit eigennützigen Abſichten auf; es flieht jeder Friede aus den Hallen der Häuslichkeit, die von der Atmoſphäre der Habſucht und Selbſtſucht durchweht werden.

Erlaube, Graf Askan, wir ſtehen auf verſchieden⸗ artigem Boden und betrachten ſolche Lebensfragen von verſchiedenartigem Standpunkte. Es gibt zweierlei Ehen, mein Lieber! Die eine Ehe iſt eine Verſchmel⸗ zung aller Anſichten, aller Eigenthümlichkeiten, ſie iſt

eine gegenſeitige Niederlage, welche den Charakteren

von den Herzen bereitet wird. In dieſer Verfaſſung befindeſt Du Dich und, Gott ſei Dank, auch Dora Bella. Ihr ergänzt Euch in Gemüth und Vernunft und gewinnt dabei an Liebenswürdigkeit! Anders iſt die andere Art der Ehe, welche von zwei ſelbſtſtändigen Leuten beabſichtigt wird, die darauf hinausgehen, die Annehmlichkeit ihres Lebens zu vervollſtändigen, ohne jedoch eine gewiſſe Unabhängigkeit des Gedankens und der Beurtheilung mit in den Kauf zu geben. Bei