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Fürſtin, das Frühſtück für den Herrn von Wenkenthal im Speiſeſaal zu ſerviren.
„Das wäre die erſte Niederlage in meinem neuen Amte“, dachte der Hofmarſchall ziemlich übellaunig. „Wer hätte geglaubt, daß aus dem ſorgloſen Kinde ſo bald eine prätentiöſe Dame erwachſen würde! Ich fürchte den Inſpector hinter dieſer Rechtsanſicht verſteckt zu finden. Ihm iſt mein Scharfblick ungelegen und er hofft mit der kleinen Comteſſe beſſer fertig zu werden. Möglich, daß die junge Dame weniger ſtörriſch bei ſeinen Amtsfunctionen ſich zeigt— mir ſcheint ſie mein Amt verleiden zu wollen. Wenn ich nur erſt wüßte, warum ſie nicht die Teſtamentseröffnung ab⸗ warten will. Schade, daß ich nicht voraus gewußt, was Comteſſe von mir gewollt. Ich wäre einfach nicht eher gekommen, bis das Teſtament geöffnet wer⸗ den ſollte.“
Er erhob ſich von ſeinem Platze und ſchritt einige Male in dem Zimmer hin und her.
Dora Bella blieb ſitzen. Erſchöpft und ermattet von den Stürmen, die ihr Inneres ſtark aufgeregt hatten, wollte ſie ſich nicht unnützerweiſe in Discuſſio⸗ nen verſtricken, die zu gar nichts führten. Sie kannte des Hofmarſchalls Eigenthümlichkeit, daß er ſchwer von der Nothwendigkeit einer Sache überzeugt werden konnte.


