2
die hülfloſe Lage ihres Vaters bei dieſem unerwarteten Verluſt, auf den plötzlichen Verfall aller ſeiner Kräfte, dem dann eine Ermannung folgte, worin er Troſt durch den Gedanken erhielt, ſeine Beziehungen zu Askan wiederherzuſtellen. Mit ziemlicher Treue gab ihr Er⸗ innerungsvermögen alle die Scenen wieder, die dieſem Entſchluſſe folgten. Sie ſelber hatte dieſe Idee mit Freude begrüßt. Der Name Askan gehörte in die Hallen des Schloſſes, und es war ihr nicht unbekannt geblieben, daß nur ein Zerwürfniß der Väter das Verhältniß zwiſchen ihm und dem Grafen Harald gelöſt habe. Von der tiefen Zärtlichkeit ihres Vaters für Askan hatte ſie indeß keinen Begriff haben können, weil Graf Harald derſelben niemals Worte gegeben. Vielleicht hätte Dora Bella ſich durch dieſe Liebe nicht beeinträchtigt gefühlt, wenn nicht die ſeltſame Ver⸗ ſtimmung gegen Askan eingetreten wäre. Ganz dunkel regte ſich dieſe Meinung in ihrem Innern. Aber was war Alles geſchehen, um ſie aus ihrer kindlich zufrie⸗ denen Gemüthsverfaſſung zu reißen!
Dora Bella gab ſich Mühe, ihren Zorn wieder neu zu entflammen. Es wollte ihr nicht ganz glücken. Ihre Empfindlichkeit war abgeſtumpft durch die ſchmerzliche Gewißheit, daß ihres Vaters Liebe 8 Niemand erreichbar ſei, daß keine Macht der Erde


