ſo würde er ſich in ſeinem ſtillen Verdruſſe vielleicht nicht entblödet haben, durch eine unzeitige Haſt das Geſpräch zu beenden. So aber ſchwieg er und horchte.
„Es kommt ein Poſtzug das Dorf herauf“, ſagte er endlich.
„Vielleicht der Hofmarſchall, obwohl es kaum denk⸗ bar iſt, daß derſelbe ſchon eintreffen könnte, es müßte denn ſein, daß ſchon geſtern Abend ein Kurier an ihn abgeſendet worden“, antwortete Reinhold ruhig.
Inſpector Prutz ſchärfte ſein Ohr gewaltig. Hof⸗ marſchall von Wenkenthal erfreute ſich ſeiner Liebe durchaus nicht, er hatte vielmehr einen namenloſen Reſpect vor ſeiner gewaltigen Rechtſchaffenheit. Schon mehrmals war der Beſuch dieſes Herrn von entſchei⸗ denden Folgen auf ſeine Geſchäftsthätigkeit geweſen und er pflegte deshalb zu ſagen: Donnerwolken wären ihm lieber als der ſonnenhelle, gnadenreiche Blick des Herrn Hofmarſchalls, der jeden Menſchen mit ſeiner grauſamen Ordnungsliebe zur Verzweiflung trei⸗ ben könne.
„Was ſollte wohl irgend Jemand im Schloſſe ver⸗ anlaſſen, einen Kurier nach dem Hofmarſchall zu ſen⸗ den?“ meinte der Inſpector.
Reinhold, der ſehr wohl wußte, daß Graf Harald


