Teil eines Werkes 
2. Band (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

ſondern träumeriſch in die Weite blickte, fuhr er wieder luſtig fort:

Es iſt rein zum Todtlachen! Alſo der Herr Haſen⸗ fuß ſieht eine Fee oder eine Göttin oder eine Edeldame in der hübſchen, blonden Klara? Gib Dich zufrieden, Dietrich! Klärchen iſt weder das Eine noch das Andere. Sie iſt ein hübſches, herziges Kind, gut erzogen und keineswegs dumm, hat hübſche Manieren, iſt im Schloſſe gut angeſchrieben und kocht, bäckt, näht, plättet nach Möglichkeit. Lauter gute Eigenſchaften, die es über⸗ ſehen laſſen, daß ſie kein entſprechendes Vermögen beſitzt. Nun? Was? fragte er hitzig, als Dietrich unwillige Geberden machte.Du wagſt es nicht, um das Mädchen zu werben?

Nein! war des jungen Mannes Antwort.Klara verwirft meinen Antrag!

Wetten wir, ſie gibt Dir keinen Korb! prahlte Herr Evers mit ſiegesgewiſſem Blick und hielt ihm die Hand zum Einſchlagen hin.

Onkel, ich habe nichts zu verwetten als mein Leben, entgegnete Dietrich in raſcher Aufwallung und ſein Auge ſtrahlte in jener Kraft und Erhebung, die ſein beſſeres Selbſt verrieth.Ich habe auch nichts zu verlieren als ſtille, ſehnſüchtige Wünſche. Gehen dieſe Wünſche, welche ich ſtets als unerreichbar be⸗