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Evers ſarkaſtiſch.„Was man nicht wünſcht, bleibt nie⸗ mals aus. Hören Sie, Frau Nachbarin, dieſer ver⸗ wünſchte Proceß bringt mich um alle gute Laune!“
„Weshalb haben Sie ihn angefangen, Herr Nach⸗ bar?“ meinte Frau Horink etwas ſpöttiſch.
„Hätte ich das gedacht, wahrhaftig, ich hätte nie geklagt!“
„Vorgethan und nachbedacht—“
„Ja, ja, behalten Sie nur Ihre Weisheit für ſich, Gnädige! Vorgethan und nachbedacht, hat Manchen ſchon in Leid gebracht! So heißt's und's iſt richtig! Aber, Frau Nachbarin, nachgeben kann ich nicht!“
„Ich auch nicht!“ antwortete die Förſterin lakoniſch und griff nach ihrem Strickſtrumpf.
„Die Leute würden ja denken, ich hätte ungerechte Anſprüche erhoben.“
„Ja wohl, die Leute würden glauben, mein ſeliger Vater hätte darum gewußt, daß Ihnen das Stück Wald gehöre. Ich habe meinem Vater auf ſeinem letzten Krankenlager die Hand darauf geben müſſen, ſeine Ehre zu wahren, deshalb kann ich den Proceß nicht fallen laſſen.“
Herr Evers ſeufzte hörbar und drehte wie in ſtiller Verzweiflung die Daumen windſchnell um einander. Sein Blick fuhr nach Klara hinüber, die ſtill daſaß und nähte.


