Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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Worüber Du nicht ſprechen willſt? fragte Rein⸗ hold, indem er die Zügel feſter anzog und die Pferde auf einen etwas ſteilen Nebenweg lenkte, der ſie raſcher auf das kleine Plateau brachte, worauf das Schloß mit ſeinen Garten⸗ und Parkanlagen thronte.

Wozu alte Gräber aufrühren, Leichenſteine heben und den Haß aus dem Moder der Vergangenheit auf⸗ wühlen, Reinhold, ſagte der junge Graf gemüthlich. Laß Alles ruhen es iſt todt!

O nein, todt iſt es nicht, Graf Askan, es

ſchlummert nur und wirft ſein Unheil über Grabge⸗ wölbe hinaus. Warum verfolgte Dein Vater die junge Braut Deines Oheims mit bitterem Haſſe, warum? fragte Reinhold nachdrücklich.

Graf Askan betrachtete ihn einen Moment mit ſichtlicher Ueberraſchung.Was weißt Du denn da⸗ von? fragte er dagegen.Du irrſt indeſſen. Nicht der Braut ſelbſt galt der Haß, ſondern ihrem Ge⸗ ſchlechte! Es iſt eine leidige Geſchichte, denn der Glanz unſeres Hauſes ging daran unter. Wir verarmten, und die Schuld des Vaters fiel auf Kind und Kindes⸗ kind. Mein Vater verſuchte es, Graf Harald umzu⸗ ſtimmen, als die Kunde von ſeiner Werbung um eine Urenkelin unſerer Verderberin zu ihm drang. Graf Harald gibt nichts auf alten Hader. Er lehnte ſich