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eine tiefe Bedeutung haben mußten. Durch Askan's Mittheilung glaubte er dieſelben aufgeklärt zu ſehen. Er hatte ſich geirrt. Was er in ſeinem Gedächtniſſe bewahrte, verrieth einen vollſtändig gehäſſigen Bruch, der keineswegs durch ein günſtiges Vermächtniß aus⸗ geglichen werden konnte.
Ob Askan nichts davon wußte? Er beſchloß zu ſondiren.
„Hat ſich Dein Vater niemals mit der ſpäten Heirath der Excellenz ausgeſöhnt?“ fragte er ſcheinbar achtlos.
„Das kann ich nicht verrathen, denn ich habe nie⸗ mals mit ihm darüber geſprochen. Mein Vater hatte kein Recht, die Heirath des Onkels Harald zu tadeln, und von mir wäre es eine undankbare Anmaßung ge⸗ weſen, wenn ich mir Urtheile darüber erlaubt hätte. Wenn ſich Onkel Harald durch ſeine Verbindung mit einer jungen Dame Tadel, ja ſelbſt Spott zugezogen hat, ſo durften wir am wenigſten ſolchen Meinungen beiſtimmen, da wir ihm zu Dank verpflichtet waren.“
„Mir erſchien es nur immer ſehr wunderbar, daß Dein Vater Dich plötzlich von Bärenberg abholte“, warf Reinhold ein.
„Das lag in andern Verhältniſſen“, antwortete Graf Askan ſehr ernſt und ruhig.


