230
natürlich ganz außer ſich vor Freude darüber war, und
ſtellen uns bei der Familie erſt wieder ein, nachdem
die erſten Tage des Glücksrauſches verfloſſen waren, und eine etwas ruhigere Gemüthsſtimmung Platz ge⸗ wonnen hatte.
Der Präſident trat eines Morgens mit dem herz⸗ haften Gelächter, dem ſich gewöhnlich Alle anſchließen mußten, wenn ſie auch nicht wollten, in den Salon, wo man in traulicher Einigkeit die Morgenſtunden verlebte, und hielt triumphirend einen Brief in die Höhe.
„Von wem?“ fragten die Damen neugierig.
„Gewiß von Benno—“ meinte der Oberkammer⸗ herr.
„Nein— vom Agenten Franz Velguth,“ ſchrie der Präſident im höchſten Tenor.
„Hört! Hört! Ein Cabinetsſtück! Das iſt ein Hauptkerl! Ein Original in aller Suffiſance und Arro⸗ gance.“ 1
Neugier und Verwunderung in den Geſichtern, ſchloſſen Alle einen Kreis um den Präſidenten, der mit dem Ausdruck eines innern Behagens ſich förmlich zu⸗ rechtſetzte und ſogleich zu leſen begann:
„Mein Herr Präſident! Allah il Allah!— Ver⸗ kündigung Ihrer Heirathen in der Familie hat mich nicht überraſcht, habe Beides vorausgeſehen und hin⸗


