Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

220

Bündniß aufrecht erhalten, der fähig geweſen war, ſie dergeſtalt zu düpiren.

Wenn ſie ſich vorſtellte, daß ſie, ohne dieſe Ent⸗ deckung, vielleicht eingewilligt hätte, trotz der Abkühlung ihrer Gefühle, Benuo's Gattin zu werden, ſo durch⸗ ſchauerte ſie ein Vorgefühl der Verzweiflung. Wie aber würde ſie erſt ſpäter die Erzählungen ſeiner Aben⸗ theuer in Schloß Welldorf ertragen haben, die ganz unausbleiblich durch Velguth zu ihr gedrungen wären?

Herr Benno merkte längſt, daß ſich das Wetter⸗ glas der Gunſt im Hauſe ſehr zu ſeinem Nachtheile verändert hatte, und daß es nur eines einzigen Gewitter⸗ wölkchens bedurfte, um ſeine Stellung für immer zu untergraben. Seine Geſchmeidigkeit machte es ihm möglich, jedem drohenden Unwetter die Spitze zu bie⸗ ten, ſobald er deſſelben nur gewahr wurde, allein dieſe Brief⸗ und Buchgeſchichte entging ſeinen ſpürenden Blicken. Da Charlotte, ungeachtet ihrer Empörung, mit weiblicher Mäßigung die Spuren der unangeneh⸗ men Entdeckung verſteckt hatte, ſo traf ihn der Angriff des Amtmann Bienengräber, der eine Stunde ſpäter ſeine Klavierphantaſien unterbrach, gänzlich unvorbe⸗ reitet.

Kennen Sie dies Buch? fragte der wackere Familienvater, mit ſolcher Energie das unglückliche