37
„Gehorſamer Diener“ ſchnarrte der Präſident und machte behutſam ſeine Thür zu.
Es wurde Alles ſtill im Schloſſe. Die Diener ſchaft ſchlich geſpenſterhaft leiſe und ſelbſt die Hunde und Katzen ſchienen es zu wiſſen, daß„Lärm machen“ in dieſer Zeit geſetzwidrig ſei.
Nur im Zimmer des Regierungsraths hörte man plaudern. Die Balconfenſter ſtanden auf. Der Bal⸗ ſam der blühenden Terraſſenblumen zog in das Zimmer hinein, wo Alice dicht bei ihrem Vater ſaß, ein Buch in der Hand und die Augen achtſam auf ihn gerichtet. Sie widmete ſich nach wie vor ſeiner ausſchließlichen Pflege, obwohl er von dem Tage an, wo der Präſi⸗ dent eintraf, Schritt für Schritt geſunder und auch heiterer geworden war.
Schon ehe ſie das Geſellſchaftszimmer verließen, hatte Alice mit kindlicher Aufmerkſamkeit einen Schatten im Geſichte des Vaters beachtet, der ſeit den letzten Wochen nicht mehr darauf geſehen worden war. Sie forſchte jetzt nach dem Grunde ſeiner Verſtimmung. Er lehnte die Erklärung darüber ab. Was ihn be⸗ ſorgt machte, durfte ſie am wenigſten erfahren. Ihm bangte vor dem Ausgange der Familienangelegenheit, die mit Benno's Eintritt vorausſichtlich war. Nicht, daß er dem jungen Manne mißtrauet hätte, aber er


