Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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fohlen hatte und ſo lieb ihm von jeder andern Frau eine ſo koloſſale Verſchwendung geweſen ſein würde, ſo verdrießlich machte ihn dieſe Erfahrung an der eigenen. Er ging ſofort nach ſeiner Privatwohnung, wo er richtig drei Schneidermädchen in einem Hin⸗ terſtübchen entdeckte, die ſich bemüheten, der kleinen dicken Madame lange Taillen zu den Stoffkleidern zu fabriciren.

Mißmuthig betrat er ſein Wohnzimmer. Madame ſtand eben vor dem Trumeau und beſah ſich von hin⸗ ten, vermöge eines Stellſpiegels, den ſie kunſtgerecht vor ſich placirt hatte. Ein leichter Schreck durchrieſelte doch ihre fetten Glieder, als ſie im Spiegel den dro⸗ henden Augen ihres Hirſch Meier begegnete. Aber ſie war nie verlegen um Worte und ſie wußte, daß ſie es mit einem gutmüthigen freundlichen Manne zu thun hatte.

Sieh nur, mein lieber Hirſch Du kommſt gerade zu rechter Zeit ſieh nur, müſſen nicht die Troddeln etwas kürzer geſchürzt ſein ſtecke ſie nur einmal biſt Du doch der gefälligſte Ehemann auf Gottes Erdboden ſo da ſtecke ſie richtig ſo iſt's geſchmackvoll kleidet mich der Burnuß doch von hinten ſo gut, daß ich mich ſelbſt nicht erkennen würde! Hat doch«weiß» auch einen Glanz, wie roth