Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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ſein, daß ich mich vertheidige, antwortete Konſtanze mit milder Freundlichkeit.Ich verlange nach keiner Erlaubniß zum Heirathen, denn ich glaube, daß ich mich in keinem Eheverhältniß ſo rein glücklich fühlen kann, wie neben Dir. Aber mein Lebensglück hängt noch von einigen andern Kleinigkeiten ab und ehe ich Dein Treugelübde annehme, muß ich meine Scrupel beſeitigt ſehen. Sie neigte ſich lächelnd über ihn und ſtrich liebevoll über ſeine Augen.

Lies dieſen Artikel und dann ſage mir, was Du thun willſt! Sie legte das Blatt neben ihn, ſetzte ſich ihm gegenüber und beobachtete unverwandt ſein Mienenſpiel. Es weckte keine Hoffnungen. Ernſt und gleichgültig las er bis zu Ende und legte es mit den Worten nieder:

Die alte Litanei! Vor acht bis zehn Jahren ſpielte daſſelbe Stück und unſer Vater lachte darüber. Damals entging uns ein Erbtheil jetzt entgeht uns nichts, alſo um ſo weniger finde ich Veranlaſſung; nur eine Feder darfür naß zu machen, geſchweige gar nach Welldorf zu reiſen.

Erneſt, dieſer Meinung wiederſpreche ich, ver⸗ ſetzte Konſtanze, gewaltſam alle Aufregungen nieder⸗ kämpfend mit großer Gelaſſenheit.Der Vater hatte ein Recht, ſeine Handlungsweiſe zu beſtimmen nach den