Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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gen Scepter des Revolutionsbändigers Napoleon kam, davon freilich träumten die Leutchen damals nicht eine Silbe.

Sie fühlten nur Furcht vor einem Anſteckungs⸗ fieber und mußten erleben, daß ein furchtbarer Arzt eher die Grenze überſchritt, als das Fieber ſelbſt.

Oberhalb des Thüringer Waldes, am Rande des preußiſchen Reiches lag die Beſitzung eines Würden⸗ trägers, wie ſie die kleinen Fürſten gern um ſich ſehen. Er führte den hochtrabenden Titel Miniſter und den ſehr plebejiſchen Namen Schmidt.

Als die erſten factiſch verbürgten Nachrichten von der grauſigen Revolution des Südens mit ihren zahl⸗ loſen Niederträchtigkeiten ſein Ohr erreichten und ſein Herz mit bangem Schrecken erfüllten, da meinte er ſchnell entſchloſſen,es ſei Zeit, ſeinem müden Körper und ſeinem noch müdern Geiſte Ruhe zu gönnen. Zum Erſtaunen des ganzen Landes bat der Miniſter von Schhmidt⸗Welldorf um ſeine Demiſſion und zog ſich ſchleunigſt mit ſeiner Familie nach Welldorf, einem Gute, das er von ſeinem Vater geerbt hatte, zurück.

Es würde unnöthig ſein, wollten wir die miß⸗ trauiſche Verwunderung mit allen ihren unerläßlichen Auswüchſen zu ſchildern verſuchen, die von Mund zu Mund ging, bis ſie durch andere Ereigniſſe aus dem