Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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235 zu lebensluſtig, um ſich auf die Freuden des Hauſes zu beſchränken. Ihre Häuslichkeit war glänzender ihr Auftre⸗ ten in der Welt zeigte den Ueberfluß, in dem ſie lebten. Beide liebten die Zerſtreuung und gaben ſich mit jugend⸗ licher Sorgloſigkeit der Luſt des Vergnügens hin, ohne in Ausartungen zu verfallen.

Giſela hatte die Freude, vom Commerzienrath Wappra die Verſicherung zu erhalten, daß ſein Sohn Ilow ein ruhiger und verſtändiger Mann geworden ſei, ſo wie der Einfluß ſeiner Cameraden aufgehört habe.

Von Roſſian hat man bis dahin nichts vernommen. Sein ſpurloſes Verſchwinden rechtfertigt den Verdacht, daß er mit dem Gelde, das er ſich erſchwindelte, über's Meer geflohen ſei.

Von Warren hingegen hörte man ſagen, daß ſeine fluchtähnliche Abreiſe ihn zwar vor ſeinen wuthentbrann⸗ ten Gläubigern geſchützt, aber keineswegs aus der Noth gerettet habe. Er ſoll in England ein dürftiges Ein⸗ kommen, unter ganz verändertem Namen erwerben und ſeine Gattin ſoll von dem eitlen Traum ihrer Weltgröße vollſtändig geneſen ſein. Ein wahres und befriedigendes Glück nach ſolchen Lebensſtürmen zu finden iſt ſchwer,

da nicht der eigene Wille, ſondern der Wogendrang des

Geſchickes eine Sinnesänderung bewirkt hat.

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