Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Furcht und der Unwille bereitet! Warum ſendeten Sie mir mein Billet zurück, ohne es geleſen zu haben? Warum wurde ich abgewieſen geſtern Vormittag, als ich kam, um Sie aufzufordern mit uns zu fahren?

In Lyſanna lichtete es ſich. Man hatte alſo erbärmli⸗ cherweiſe eine kleine Intrigue eingefädelt, um zum Zwecke zu gelangen. Wenige Worte genügten zur Aufklärung der ganzen Geſchichte, aber wenige Worte genügten auch, um das Band, welches ſich durch die Beſtrebungen Roſſian's wirklich etwas gelockert hatte, feſter als jemals zu ziehen. Lyſanna erzählte von den Vorgängen des Abendgelages. Gegen Giſela ſprach ſie es endlich aus, was verhindert hatte, daß ſie rettungslos aus dem luſtigen Gewirr als Roſſian's Verlobte hervorgegangen war.

Mein Vater erſchien mir! ſprach ſie mit beben⸗ den Lippen.

Das heißt, Du dachteſt ſeiner, mein liebes, liebes Kind? fragte Giſela liebevoll dieſe zitternden Lippen küſſend.

Nein! Nein! Ich dachte ſeiner nicht! Ich hatte mich gänzlich der Aufregung überlaſſen, die ſich Aller bemächtigte in dem wilden Jubel, im Gläſerklang miſchten ſich Worte, wie ich ſie noch nie ſo beſtrickend vernommen mein Blick begegnete Blicken, wie ich ſie nie geſehen o Giſela, was wäre das Ende dieſer Auf⸗