Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

heimgehen zu meinem Vater, ſagte Lyſanna mit heiter erhobener Stimme.Unſere Wege ſcheiden ſich, weil ſich unſere Anſichten trennen, aber unſere Herzen können deſſen ungeachtet verbunden bleiben, meine liebe Emma. Ich paſſe nicht in der Sphäre, die Dich beglückt und wenn das Leben der Welt überall ſolche Klippen birgt, wie ich hier entdeckt habe, ſo verlaſſe ich kühlgeworden den zau⸗ beriſchen Glanz, der auf Täuſchung beruht.

Das Rollen eines Wagens unterbrach das Geſpräch, welches wieder ernſt zu werden drohete. Frau Warren wurde dadurch an ihre Pflicht als Wirthin erinnert Lyſanna aber verfügte ſich unverweilt auf ihr Zimmer, um ihr Reiſegepäck dem Kammermädchen zu übergeben, daß ſie es zum Wagen ſchaffen laſſe.

Beide Damen befanden ſich im Irrthume. Nicht der Reiſewagen, den Frau Warren hatte holen laſſen wollen, ſondern die Equipage des Commerzienrath Wappra war es, die raſch daher rollte und vor dem Hauſe Warren s ſtill hielt.

Giſela ſtieg ſo beeilt aus dem Wagen, daß ſie ihn ſchon längſt verlaſſen hatte und die Treppe hinaufge⸗ ſchlüpft war, ehe Warren, der von Kopfweh geplagt im Eckdivan des Comtoirs ruhete, ſich erhoben und an's Fen⸗ ſter treten konnte. Roſſian hatte im Sturm das Haus ſogleich verlaſſen, ohne in's Comtoir zu gehen. Nicht, daß