Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

n·-·

220

funden hätte! ſprach Frau von Ilow.Durch ihr Wort iſt Lyſanna nicht gebunden, da ihre Eltern erſt ihre Ein⸗ willigung geben müſſen.

Wie weiſe mein Töchterchen ſpricht! rief Wappra mit komiſchem Erſtaunen.Ich weiß eine Zeit, wo ſie ſagte, daß ſie einem gewiſſen Lieutenant ewige Liebe und Treue geſchworen natürlich ohne ihre Eltern vorher um ihre Einwilligung dazu gebeten zu haben. Ebenſo wird Fräulein Lyſanna handeln.

Aber Giſela muß ihr beweiſen, daß ſie ihre Liebe an einen Unwürdigen verſchwendet hat.

Das glaubt kein Mädchen, welches liebt und Ly⸗ ſannens Augen glühten von einem Gefühle, das der Liebe ſehr nahe ſtand, erklärte Wappra.Verſucht muß Alles werden, dafür ſtimme ich. Iſt es dann nicht zu ändern, ſo müſſen wir uns mit unſerem guten Willen tröſten.

Verſucht muß Alles werden, wiederholte Giſela entſchloſſen.Ich bitte Sie, lieber Papa, mir morgen um ſechs Uhr Ihren Wagen zu erlauben. Iſt es nicht zu ſpät, ſo bringe ich Lyſanna mit heraus, aber ich bitte im Voraus um Schonung des armen lieben Kindes, wenn es unſere Aufgabe werden ſollte, Feſſeln von ihrem Her⸗ zen zu löſen, das in thörichter Verblendung für Liebe hal⸗ ten konnte, was nur Sinnenrauſch iſt.

Giſela erhob ſich nach dieſen Worten und trat raſch