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Jahren bei dem Onkel, den der junge Herr zu beerben gedenkt, als Diener. Dieſer Onkel iſt allerdings ſehr reich, ſteht jedoch mit Herrn Roſſian keineswegs in ſol⸗ chem Verwandtſchaftsverhältniß, daß er ihn ohne Teſta⸗ ment beerben könnte. Ein Teſtament macht aber der alte Herr nicht. Roſſian weiß dies ſehr gut, benutzt in⸗ deß den vorhandenen Onkel ſo lange als Lockvogel, bis er mal ſtirbt. Dieſer Zeitpunkt kann bald eintreten, da der Onkel krank iſt.“
„Was haben Sie über Lyſanna gehört?“ fragte Giſela haſtig.
„Jean meint, wenn die junge Dame nicht ſehr reich wäre, ſo verlobte ſich Herr Roſſian nicht mit ihr. Nur die höchſte Noth könne ihn zum Heirathen bringen. Oder ein wahrhaft fürſtlicher Reichthum. Ich glaube das erſtere— die Noth— iſt für jetzt ein Hauptgrund
ſeiner Bewerbung. Er will Koltrum s Compagnon werden.“
„Meine Ahnung!“ fuhr Giſela ungewöhnlich heftig auf.„Das habe ich gefürchtet!“
Ein ſehr verwunderter Blick des Commerzienrathes brachte ſie zum Bewußtſein ihrer Bewegung. Sie er⸗ röthete ſtark und bückte ſich verwirrt auf ihre Stickerei⸗ nieder.
„Darüber beunruhigen Sie ſich nicht, meine Gnädige,“


