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Augenblicklich zu beſchäftigt, um dem Leben und Treiben einer Fremden nachzuforſchen, verſank allmählig die kurze Romantik ſeines werkthätigen Daſeins in ein traumähnliches Gefühl. Das Weihnachtsfeſt ging vorüber und das neue Jahr begann mit Sturm, Regen, Schnee und Hagel. Ein Tag überbot den andern mit grauſigen Bildern winterlicher Launen. 1
„ Herr Ely Koltrum hällte ſich feſter in ſeinen Pelz, wenn er ſeinen Rundgang machte und er ſchritt eiliger über den weiten Hof nach den Hintergebäuden. Der Regen hatte ſich mit dem Ausbruch des Abends gänzlich in Schnee verwandelt und der Wind peitſchte ihm die großen Flocken dergeſtalt in's Geſicht, daß ſein Bart bald einem Schneehügel glich. Ein ſchwaches Mondlicht erhellte ſei⸗ nen Pfad, den er mit halbgeſchloſſenen Augen verfolgen mußte. Er verweilte länger als gewöhnlich in der Fabrik, um ſich ordentlich aufzuthauen. Als er wieder auf den Hof trat, umfing ihn der volle Glanz des bisher ver⸗ ſchleierten Mondes— es hatte aufgehört zu ſtürmen und zu ſchneien und der Wind war ruhiger geworden.
Ely ging weiter, zufrieden mit dieſer Wetterverände⸗ rung. Plötzlich blieb er ſtehen, wie bezaubert. Was war das? Betrog ihn ein Traum? Ein glockenheller Ton folgte dem erſten leiſen Klange, der ihn ſtutzig gemacht hatte, Giſela ſang! Sie war wieder da! Mitten im Graus des


