Männer das Inſtrument heraus, ſchroben die Beine und eine ſchön geſchnitzte Lyra an und trugen es dann be⸗ hutſam in das links belegene Zimmer, wo Giſela ſchon einen Platz dazu ausgeſucht hatte.
Gleich darauf ertönten einige vollſtimmige Accorde, denen ſich brillante Cadenzen und eine höchſt liebliche Melodie anſchloß. Dann brach Giſela ab, trat ſehr raſch in die Hausthür zurück und ſagte mit einer vor freudi⸗ ger Bewegung wankenden Stimme:„Ich danke Euch— mein liebes Inſtrument iſt ganz unverſehrt!“ Sie ſtreckte ihre Hand aus und ließ die Bezahlung für ihre geleiſte⸗ ten Dienſte mit fröhlichem Kopfnicken in die Hände der Männer gleiten. Daß ſie zur Zufriedenheit derſelben ge⸗ zahlt hatte, zeigte die geſteigerte Artigkeit, womit ſie dem gnädigen Fräulein alles mögliche Glück in der neuen Heimath wünſchten. Die Hausthür wurde dann geſchloſ⸗ ſen und die Männer fuhren in's Dorf, um die Pferde zum Rückweg ſich ſtärken zu laſſen.
Nun wohnte Giſela von Ilow im Hauſe. Aber Nie⸗ mand ſah ſie. Nur ihr ſchönes Clavierſpiel, nur die vol⸗ len, ſonoren Klänge ihrer ſchönen Altſtimme gaben Zeug⸗ niß ihrer Anweſenheit. Gleich einer Einſiedlerin lebte die junge Dame. Dem Fabriksgebäude ſchenkte ſie keine Auf⸗ merkſamkeit und wenn Herr Ely Koltrum ſich nicht gar zu ſehr über ihr Daſein geärgert hätte, ſo würde er ſehr


