Fabrikgebäude zuwendete und aufmerkſam die Dimen⸗ ſionen ſeines Etabliſſements prüfte. Es war ein ſchönes, ernſtes und ruhiges Geſicht, das er bei dieſer Gelegen⸗ heit zu ſehen bekam, nicht jugendlich mehr und dennoch von jener blühenden, friſchen Art, die eine feſte Geiſtes⸗ und Körpergeſundheit verräth. Große braune Augen, von ſtarken Augenbrauen überwölbt, gaben dem weißen Ge⸗ ſichte einen Ausdruck von Beſtimmtheit und Feſtigkeit,
dem das milde Lächeln ihres Mundes ſeltſam wider,. ſprach. Von mittlerer Geſtalt zwar nur, erſchien ſie doch
groß, weil ſie eine ſehr gerade und feſtaufgerichtete Hal⸗ tung liebte. Ihre Bewegungen ſo wie ihre Sprache waren ruhig, faſt gemeſſen und befehlend und was ſie ſagte, klang Alles überlegt und bedacht.
Sie kam ganz allein, ohne Diener und ohne Die⸗ nerin. Ein Beweis, daß ihre ſelbſtändige Stellung in der Welt durch pecuntäre Verhältniſſe ſtark gefährdet war.
Oder— ſollte vielleicht der Hochmuth ihr dieſe Maßregel dictirt haben, um den Schein aufrecht zu erhal⸗ ten, als finde ſie auf ihrem Beſitzthume eine ausreichende Bedienung vor? Herr Ely lachte, als dieſer Gedanke in ihm auftauchte. 8
Giſela's Geſicht verrieth indeß nichts von getäuſch⸗ ten Erwartungen, als Beata jetzt herbeikam und die Thü⸗ ren des Hauſes öffnete, um die unge Dame mit ihren
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