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Weſen— Abſchied nehmend auf ewig— zu theil werden ließ, welches ſeines Herzens Wallen nicht verſtanden und nicht anerkannt hatte. Er wünſchte ſie nicht ins Leben zurück; ihr Tod nahm eine große Qual von ihm.
Von jetzt an verlief Alles ganz naturgemäß. Da Arnold Depping, ſeinem Wunſche gemäß, gleichzeitig mit Ringforth, als Hilfsrichter dem Gerichte in der fernen Provinz einver⸗ 1
leibt worden war, ſo ſiedelten beide Familien zu derſelben Zeit in jene Gegend über.
Nach Verlauf der üblichen Trauerzeit wurde Leopoldine die Gattin des ſchwer geprüften Ringforth. Sie machte es ſich zur Aufgabe ihres Lebens, ihn zu beglücken und den Sohn ſeiner erſten Gattin zu einem tüchtigen und charakter⸗ feſten Menſchen zu erziehen.
Hubert Depping kehrte erſt nach jahrelanger Abweſenheit zu ſeiner Mutter zurück.„Die rieſigen Veränderungen,“ die ſn ſich in dieſem„kurzen Zeitraume,“ wie er ſich ausdrückte, vollzogen hatten, erregten zwar ſeine Verwunderung, ließen ihn jedoch kalt und erſchütterten ſeinen Gleichmuth auf keine 1 Weiſe. Er tröſtete ſeine Mutter, welche über ihre Verein⸗ ſamung klagte, mit dem feierlichen Verſprechen, ihr ſo viel zu ſchaffen zu machen, daß ſie an einem ſolchen Sohn für ihr ganzes Leben genug hätte. Es ſieht Herrn Hubert Depping ähnlich, daß er hierin Wort hält.
Ueberblicken wir den Gang der Ereigniſſe, welche den kleinen Kreis dieſer Menſchen zum Glücke geführt, ſo drängt ſich uns am Schluß der Erzählung der Gedanke auf:„Kampf überall!“ Der Sieg iſt unſer, wenn wir in Treue unſern Pflichten leben!“
Berlin, Druck von W. Büxenſtein.


