Druckschrift 
Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 50—

„Gewiß! Er ſcheut die Mittel zum Zwecke nicht, das habe ich wohl in ſeiner Thätigkeit für die religiöſen Vereine zu bemerken Gelegenheit gehabt. Er ſowohl als die Gene⸗ ralin Kynar leiſteten Großes darin.“

„Kannte der Schulrath die Generalin?“ fragte Ringforth beeilt und ſichtlich überraſcht.

„Ja wohl— er war ihre rechte und ihre linke Hand— er war ihr Berather und ihr Vertreter; er war faſt täglich ihr Gaſt während der drei Sommermonate, die ſie hier ver⸗ lebte in meiner Eltern Hauſe,“ antwortete Arnold mit ſo ſichtlicher Nichtachtung, daß ſich in Ringforth ein gewiſſes Mißvergnügen regte.

„Wiſſen Sie nicht, daß ich in der Generalin Kynar eine Tante meiner Frau zu ehren habe?“ fragte er mit leicht gerunzelter Stirn.

Arnold fuhr erſchrocken von ſeinem Sitze auf.„Wie? Mein Gott—“ ſtammelte er gänzlich faſſungslos.

„Hat denn nicht meine Tochter an Ihre Frau Mutter eine Karte ihrer Großtante Kynar abgegeben? Ich dächte doch.”

„Nein, nein! Meine Mutter hat gar nicht die Ehre ge⸗ habt, mit irgend Jemand aus Ihrer Familie zuſammenzutreffen.“ Ringforth läͤchelte.

„Nun das begreife ich nicht! Es muß eine ſolche Empfeh⸗ lungskarte vorhanden ſein,“ ſagte er, wohlwollend die Ver⸗ wirrung des jungen Mannes beſchwichtigend.

„Ich bitte zwar dringend um Entſchuldigung wegen meines unberufenen Rapport's über Dinge, die außerhalb der Grenze meines Spruchrechts liegen,“ ſagte dieſer endlich gefaßt und mit einer edlen Offenherzigkeit,„aber ich nehme meine Aeuße⸗