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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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habe. Deſſen ungeachtet verſuchte er ſich zu decken und er⸗ widerte mit verbindlichem Tone, aber lächelnd:„Hier in der Sommerfriſche nimmt man es mit dergleichen Convenienz⸗ regeln nicht ſo genau, mein Fräulein.“

„Ich bin berechtigt, es genau zu nehmen, mein Herr,“ fiel Urſel ſchnell ein, verbeugte ſich artig, faßte Curt's Hand, wendete ſich und ging nach Haus zurück. Curt hob mit drohender Spielerei ſein Spazirſtöckchen gegen ihn auf, bevor er ſeiner Schweſter folgte.

Arnold war von fern ein Beobachter dieſer Scene ge⸗ weſen. Er hatte Hubert's Niederlage gerecht befunden und dabei eingeſehen, daß ſich dieſer dadurch bei der Familie un⸗ möglich gemacht habe. Ein Gefühl von Befriedigung durch⸗ ſchlich ihn, ein Gefühl von Achtung und Bewunderung hob ſeine Bruſt höher, als er, verſteckt vom Gebüſch, das junge Mädchen ruhig an ſich vorübergehen ſah. Die junge Dame hatte inſtinctiv den Wurm zertreten, der böswillig ihren Weg durchkreuzte. Mit einfacher Ruhe, mit ſeltenem Tacte hatte ſie die Unverſchämtheit ſeines Bruders entkräftet. Eine Bewegung, die er ſich nicht erklären konnte, füllte plötzlich ſeine ganze Seele mit einem Lebensmuth, der ſeinem Weſen Wärme und ſeiner Zukunft Glanz verlieh. Sein Herz regte ſich ahnungsvoll. Er ging einſam in die duftigen Thäler hinaus, ſtieg, in Träumen verloren, auf die Höhen und ſchauete hinaus in die Ferne, die überall Glück und Wonne verhieß. Er beobachtete die Zugvögel, die vom Süden in ihre nordiſche Heimath zurückeilten, um Neſter zu bauen und in ihrem Liebesleben die Herzen fühlender Menſchen durch ſüßen Geſang zu entzücken. Eine Nachtigall im nahen Ge⸗ ſträuch, vom Sonnenglanz des Frühlings verführt, ließ leiſe