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„Es war auch übereilt von Deiner Tante, darum zu bitten,“ fiel der Herr ſehr gleichmüthig ein.
„Der Miniſter wird Dir nie vergeſſen, daß Du ihn einer Ueberſchreitung ſeiner Amtsbefugniß beſchuldigt haſt.“
„Er ſoll dies auch nicht vergeſſen.“
„Der Miniſter wird Dir nie vergeben, daß Du ihm eine Erinnerung an ſeinen Verfaſſungseid und an ſein Gewiſſen in's Geſicht geſchleudert, daß Du ſeine Maßregeln gegen die Ueberſchreitungen der einzelnen Parteien im Parlamente bitter getadelt, daß Du ihn durch ſeine eigenen, früheren Ver⸗ ſprechungen bloßgeſtellt, und daß Du ſeine Berufsthätigkeit für verderblich genug gehalten haſt, um das Fundament eines conſtitutionellen Staates wanken zu machen.“
„Es fällt mir auch gar nicht ein, beſte Adele, zu ver⸗ langen, daß der Miniſter mir meine wahrheitsvollen Behaup⸗ tungen vergeben ſoll,“ ſprach der Herr mit eigenthümlicher Betonung.„Dieſe Behauptungen mögen ihm die Augen öffnen für die Verderblichkeit ſeiner Grundſätze und ſeiner Wirkſamkeit.“
„Der Miniſter hat ſeinem Vetter, welcher es übernommen, für uns ein gutes Wort zu ſprechen, geantwortet, daß nach ſeinem Princip der Staat keinen Beamten dulden dürfe, der den Uebermuth beſäße, ſich gegen ſein Verfahren aufzulehnen.“
„Uebermuth? Beſte Adele, das Wort iſt falſch gewählt. Es gehört ein Heldenmuth, ein Opfermuth dazu, die perſön⸗ liche Meinung Angeſichts des Miniſters zu vertreten. Wür⸗ deſt Du es zweckmäßiger gefunden haben, wenn ich mich feige vor dieſer Pflicht zurückgezogen, wenn ich ehrlos den Kampf⸗ platz, das heißt, wenn ich„ſchweigend— als Heuchler“ den Kampfplatz verlaſſen hätte?“
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