Druckschrift 
Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

Erſtes Kapitel.*)

jie ſaßen beim Frühſtück.

Mit fröhlichem Behagen gaben ſie ſich einem Genuſſe hin, den ſie erſt ſeit dem Tode des ſparſamen, genügſamen und geſtrengen Familienvaters als eine Noth⸗ wendigkeit des Lebens im Familienkreiſe eingeführt hatten.

Die kleine Geſellſchaft beſtand aus der Mutter, zwei Söhnen und einem jungen Mädchen. Lebensluſt ſtrahlte aus Aller Augen Heiterkeit beſeelte ihren Geiſt, und witzige Munterkeit würzte die Worte, die raſch und flüchtig von den Lippen floſſen.

Zunächſt der Mutter, mit ihrem friſchrothen Geſichte eine gut conſervirte Funfzigerin repräſentirend, ſaß Hubert der Aelteſte. Er bekrittelte Alles in der Welt mit ſarkaſtiſcher Manier. Ihm war ſtets der Caviar zu ſalzig und der Créme zu ſüß. Das Bewußtſein des Reichthums hatte ihn üppig gemacht und ſeinen Schwächen Zaum und Zügel genommen. Die Frivolität ſeiner Gedanken lachte ihm aus den grauen Augen, und das Zucken ſeiner Mundwinkel verrieth ohne Worte ſeine Geſinnungen.

Weniger ſchlimm ſah Arnold der zweite Sohn aus, ob⸗ wohl ſeine Neigung zur Ironie nicht beſtritten werden kaun.

*) Vor Nachdruck dieſer Novelle wird ausdrücklich gewarnt. 1*