Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

203

mochte, ſo begnügte er ſich mit Zitz, um die Pracht ſei⸗ nes Zimmers ſeinem Geſchmacke gemäß herzuſtellen.

Inmitten dieſer purpurrothen Welt ſaß er an dem Morgen, wo Vincent ihm einen Beſuch zugedacht hatte, im wunderlichſten Morgenanzuge, der augenſcheinlich den Beweis lieferte, daß ſich Signor Giuliani in ſeinen vier Wänden als Sultan betrachtete. Weite Beinkleider über gelben Morgenſtiefeln bauſchig zuſammen gezogen, ein kaftanähnlicher Schlafrock und eine turbanähnliche Kopf⸗ bedeckung vervollſtändigten den Eindruck einer orientali⸗ ſchen Phantaſie, und der Anzug, welcher ſehr ſauber gehalten war, verrieth genugſam die theatraliſche Eitel⸗ keit eines Mannes, der eine Rolle zu ſpielen Luſt hatte, und durch Selbſtzufriedenheit den Mangel an ander⸗ weitigem Beifall ergänzte.

Er hatte gefrühſtückt und war eben damit fertig ge⸗ worden, einen hübſchen gelben Mops mit dem Reſte von Milch, Semmel und Zucker zu erfreuen. Nachdem er dieſer Abfütterung noch einige zärtliche Worte und Lieb⸗ koſungen zugefügt hatte, ſtand er auf, nahm eine Gui⸗ tarre von dem Fortepiano, präludirte eine Weile mit Kunſtfertigkeit und begann dann die Rode'ſchen Violin⸗ variationen zu pfeifen, wobei er langſam und majeſtä⸗ tiſch in dem weiten Zimmer umherging.

Sein Mops, der es vorzog, ſeine Verdauung im