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„Ich habe Dich verſchiedene Male ſingen hören— aber— wenn Du erlaubſt— ich bin entſetzlich müde!“ antwortete Fedor und warf ſich der Länge nach auf das Sopha hin.„Ich habe die vorige Nacht im Poſt⸗ wagen zugebracht. Ich komme nämlich von Jena!“.
Kopfſchüttelnd betrachtete Vincent den jungen Mann, deſſen Freundſchaft er ſich ſonſt nicht rühmen konnte, und da ein tiefes Athemholen desſelben ihn bald belehrte, daß er ſchlief, ſo blieb ihm nichts übrig, als auch zu Bette zu gehen.
Die Nacht verging ohne alle Störung und er würde, da er den Herrn Fedor von Wöllner nicht mehr auf ſeinem Sopha vorfand, das Ganze für einen Traum gehalten haben, wenn nicht ſeine Wirthin mit ſehr vorwurfsvollen Worten ihm ſeinen Hausſchlüſſel überbracht hätte, den ſie inwendig im Schloſſe ſteckend gefunden.
Abermals kopfſchüttelnd nahm Vincent, jede Ent⸗ ſchuldigung verſchmähend, den Schlüſſel hin. Er dachte wohl einige Minuten über dieſen wunderlichen, nächt⸗ lichen Beſuch nach, war jedoch im Grunde viel zu arglos, um ihn verdächtig zu finden. Er ſelbſt ſprach und han⸗ delte ſtets ſo offen, daß es ihm gar nicht einſiel, miß⸗ trauiſch zu ſein, wenn er nicht durch Erfahrungen da⸗ rauf hingewieſen wurde. Intriguen hielt er für unmög⸗


