Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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zu vertiefen,

welche auf gegenſeitiges faire d'esprit gründeten.

argliſtiger Leichtſinn für Pläne auf ihre Eigenthüm⸗ lichkeiten gebaut. Sie ſtieß jedoch ohne Beſchwerde mit reizender Schelmerei ſeine Meinungen um und er⸗ öffnete dann einen Kampf mit denſelben. Sie hatte die Macht in der Hand, dieſen Krieg zu ihren Gunſten zu

beſchließen, deshalb ſpielte ſie mit gewagten Waffen ge⸗ gen ihn.

Im Baron regte ihr überlegenes Lächeln ein Ge⸗ fühl an, das nahe an Haß ſtreifte. Seine theilweis er⸗ heuchelte Herzenswärme ſchlug nach und nach in Bitter⸗ keit um. Was er vor längerer Zeit gefühlt, das war längſt verlodert und zu todter Aſche geworden. Wäre ſie ſeinen Beſtrebungen, dieſen abgeſtorbenen Regungen Ge⸗ wicht beizulegen, entgegen gekommen, ſo würde dieſe Wiederſehensſcene vielleicht anders geendet haben, ſo aber näherte ſich von Minute zu Minute der verhängnißvolle Augenblick raſcher, wo demüthigende Erklärungen auf ewig trennend zwiſchen dieſe beiden Mächte treten muß⸗ ten. Gertrud ſah das voraus. Der Baron aber bewegte ſich blind am Rande einer Unannehmlichkeit, die er ſpä⸗

1860. XV. Gertrud. IV. 12