Brettow habe ſich zu ſeinem Zeitvertreibe ein hübſches ſächſiſches Fräulein in's Winterquartier kommen laſſen.“
Man hatte ſchon von dieſer Liebesaffaire gemunkelt, war aber niemals auf den Grund des Gerüchtes gelangt, da Wolf mit ſeinem feſten, unerſchütterlichen Weſen ſtrenge Wacht über ſein Geheimniß hielt. Den Namen der fraglichen Schönen hatte man nie erfahren— eben ſo wenig den Aufenthalt derſelben, weil ſich die Gatten nie⸗ mals zuſammen hatten ertappen laſſen. Man fand es natürlich ergötzlich, daß der König, durch ſeinen eigenen Marſch hereingelockt, das Pärchen überraſcht hatte, und war über alle Maßen neugierig, was der hohe Herr, der nicht eine Silbe weiter über die Geſchichte gefragt, nun thun werde.
Sottau wußte auch den Namen des ſächſiſchen Fräuleins. Durch ſeine Mittheilungen flog er bald von Mund zu Mund und erreichte dann glücklich am nächſten Morgen das Ohr des ſächſiſchen Attaché, Baron Alexan⸗ der Lottum.
Zuerſt zweifelte der Baron an der Wahrheit der histoire medisante, nannte ſie fabuleuse, ſchüttelte aber endlich in luſtiger Beſtürzung ſein weiſes Haupt und fand ſie ſehr plaisante!
Baron Lottum war ſchon jetzt eine wichtige Perſon


