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Bangen Herzens lauſchte nun das Fräulein auf die Rückkehr des Oberſtwachtmeiſters. Vier Stunden waren nöthig bei ſcharfem Ritte, um hin und zurück nach Wils⸗ berg zu kommen— vier Stunden! Sie dehnten ſich zu Ewigkeiten aus. Der Abend kam heran und die Nacht ſenkte die Flügel— Gertrud hatte ſich furchtbar aufgeregt in ihr Zimmer zurückgezogen. Bald hob ſie hoffnungs⸗ voll ihre Gedanken an dem Vertrauen empor, daß der Oberſt von Pröhl gewiß ſein ganzes Anſehen einſetzen würde, um den Junker vor einer ſchimpflichen Verhaf⸗ tung zu bewahren; bald ſank ihre Zuverſicht darauf machtlos zuſammen, denn ſie hatte eine Ahnung davon, daß man in dieſem Falle höchſt rigoroſe zu Werke ge⸗ hen und ſich an Bürgſchaften des Oberſten nicht kehren werde. Endlich regte ſich etwas auf der ſchon ſtill gewor⸗ denen Straße. Sie eilte an's Fenſter. In der Ferne
galoppirten Pferde— ſie kamen näher. Flugs verfügte ſich das Fräulein in ihre Fenſterniſche, wo ſie beſſer hö⸗ ren konnte als irgendwo.
Der Oberſtwachtmeiſter tappte mit ſeinen ſchweren Reiterſtiefeln langſam die Treppe herauf, einen zweiten Schritt hörte aber Gertrud nicht. Sollte man den Jun⸗ ker unten gelaſſen haben— ſie warf ängſtlich prüfend den Blick hinab, konnte aber nichts deutlich unterſcheiden. Deſto deutlicher drang aber zu ihrem grenzenloſen Ent⸗


